Mit Musik, Tanz und Kreativität zu einem interkulturellen Miteinander

Wie gelungene Integration aussehen kann, zeigte die Abschlussaufführung von „Mensch ist Mensch“ in der Aula der Espelkamper Birger-Forell-Sekundarschule am Montagabend. Rund 40 Jugendliche und junge Erwachsene mit und ohne Fluchterfahrung brachten dort ihr Projekt „Mensch ist Mensch“ zur Aufführung. Die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung hatte das Projekt 2017 als eines von 14 unter deutschlandweit 103 Bewerbungen für eine Förderung ausgewählt und dessen Umsetzung mit 4.560,- Euro unterstützt. Die Aufführung bildete den Auftakt der Espelkamper Aktionswoche „Bunt statt schwarz-weiß“, die bereits im dritten Jahr stattfindet und von Bürgermeister Heinrich Vieker offiziell eröffnet wurde.

In seiner Eröffnungsrede betonte der Bürgermeister, dass die Organisatoren der „Bunt statt schwarz-weiß“-Aktionswoche ein Netzwerk unterschiedlicher Akteure entwickelt haben, das das ganze Jahr über für Vielfalt, Demokratie und Weltoffenheit eintrete. Die Aktionswoche sei vor allem von Schülern und Jugendlichen getragen, das Thema betreffe jedoch alle Generationen.“ Nadine Sträter als Geschäftsführerin der Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung hob den Wert kultureller Bildung hervor: „Dieses Projekt ist vielmehr als Musik. Die Begegnung und Auseinandersetzung mit Kultur und Kunst sind für jeden Menschen von prägender Bedeutung. Musik, Tanz und kreatives Tun sind wichtig für unsere Persönlichkeitsentwicklung und schaffen Neugier für Fremdes und Neues.“ So könne beispielsweise über das Rappen, wie in diesem Projekt, eine Sprache leichter erlernt werden.

Als Initiatoren von „Mensch ist Mensch“ hatten Ursula Beinlich, Schulleiterin der Birger-Forell-Sekundarschule Espelkamp, und Stefan Becker, Schulleiter des Berufskollegs Lübbecke, zu der Aufführung eingeladen. Neben einigen Ehrengästen, darunter auch Vertreter vom Land Nordrhein-Westfalen, waren auch rund 100 Schülerinnen und Schüler, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Eltern gekommen, die sich begeistert von der Performance zeigten. Die 40 jugendlichen Projektteilnehmer erarbeiteten während der vergangenen Monate mit Unterstützung der Rapschool NRW und der „residance“-Initiative der Peter Gläsel Stiftung in

gemeinsamen Workshops ein Crossover-Gesamtkunstwerk aus Tanz, Theater, Hip Hop, Rap und Musikvideo: Eine kurze Theaterfrequenz zeigte häufige Vorurteile und Missstände im täglichen Miteinander verschiedener Kulturen. Dabei machten die Jugendlichen deutlich, wie wichtig ein friedliches und offenes Zusammenleben für die Zukunft ist und gemeinsam Vieles besser gelingen kann. Eine Tanzchoreografie unterstützte diesen Gedanken und brachte das Publikum sichtlich zum Nachdenken. Die Veranstaltung schloss mit einem eigenen Musikvideo zu selbstkomponierter Musik und selbstgetexteten Raps, das in einen arabischen Tanz durch das und mit dem Publikum mündete. Tosender Applaus für die jungen Akteure.

Projektleiterin Karin Detert vom Berufskolleg Lübbecke zeigte sich begeistert von dem Ergebnis und seinem Entstehungsprozess: „In dieses Projekt konnte jeder seine eigenen Erfahrungen einbringen, unabhängig von Herkunft und Sprache. So habe ich bei „Mensch ist Mensch“ beobachten können, wie sich anfängliche Grenzen und auch einzelne Vorbehalte gegenüber dem „Anderen“ im Laufe der Projektarbeit abbauten und zum Ende eine Gemeinschaft geformt war. Dies ist für mich gelebte Integration.“

Die Ausschreibung zur „Ideeninitiative ‚Kulturelle Vielfalt mit Musik‘“ der Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung erfolgt bundesweit. Seit 2008 stellt die Stiftung jedes Jahr rund 50.000,- für Projekte für ein besseres interkulturelles Miteinander zur Verfügung.