LEBENSLAUF

Inklusion, Integration

Träger/Initiator:

Junge Oper Stuttgart

Teilnehmer:

10 TN mit Seh- und anderen körperlichen und geistigen Behinderungen der Betty Hirsch-Schule und 10 TN ohne Behinderungen, teilw. aus dem Jugendlichenkreis der Staatsoper

Kooperationspartner:

Grund-, Förder- und Werkrealschule Betty Hirsch (TN); Theatergruppe „DunkelMunkel“ (Dozenten u.a.)

 


Projektbeschreibung

Erarbeitung eines akustischen Objekt- und Bewegungstheaters von Behinderten und nicht Behinderten.

Die Betty-Hirsch-Schule besuchen Schüler mit besonderem Förderbedarf im Bereich Sehen. Ein Großteil der Kinder mit Seheinschränkungen bis Blindheit ist auch anderweitig geistig und/oder körperlich behindert und stammt aus bildungsfernen und sozial benachteiligten Familien.
Eine Gruppe von 10 sehbehinderten und 10 sehenden TN beschäftigen sich aus ihrem je eigenen Sicht- und Hörwinkel mit ihrem Lebenslauf, wie sie ihn erleben, erträumen oder fürchten. Was ist mein großer Traum, mein großes Ziel? Für jetzt? Für morgen? Für dann? Geprobt wird 2x/Woche jeweils 2 Std. außerhalb der Schulzeit sowie an 1 Wochenende. Die Stückentwicklung erfolgt mit der Methode des Klangszenenspiels (instrumentales Theater). Es erfolgt musikalische Improvisation, einfache Komposition, Figurenarbeit, Texte lesen und erfinden, Lieder lernen, Stimmimprovisation, Bewegungs- und Schauspieltraining, Vertrauensübungen, Diskussion. Gemeinsam mit 1 Musikpädagogen/Schlagzeuger bauen, erkunden und spielen die TN Musikinstrumente und Klangobjekte aus Metall, Stein, Holz und Glas: Instrumente, die über besondere

Resonanzqualitäten verfügen und die Musik nicht nur hören sondern auch erfühlen lassen. Das Instrumentarium und die Klang-Objekte werden Teil des Bühnenbilds und der Kostüme und umgekehrt. 1 Regisseurin, 1 Lehrerin/Theaterpädagogin, 1 Kunstpädagoge und 1 Mobilitätstrainer für Sehbehinderte arbeiten ebenfalls im Projekt.
Gelebte Inklusion ist ein zentraler Aspekt des Projekts: Sehende und Nicht-Sehende, Behinderte und Nichtbehinderte, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Künstler und Laien finden im künstlerischen Gestalten einen Zugang zueinander und zum Musiktheater als Ausdrucksmittel über Worte hinaus. Die TN werden achtsam und einfühlsam begleitet, sich ihrer je individuellen Lebenssituation heraus mit eigenen und fremden, erfundenen und wahren Lebensläufen auseinander zu setzen und ihre Gedanken und Gefühle künstlerisch auszudrücken. Die nicht-behinderten, nicht-benachteiligten Jugendlichen werden darin unterstützt, Verantwortung zu übernehmen, Fragen zu stellen und Kompetenz zu teilen und vorhandene Begabungen zu potenzieren. Am Ende des Projekts entstehen zwei Werkstattaufführungen im Probenraum der Jungen Oper im Mai/Juni 2015.