MUSIK – SPRACHE – GEMEINSAMKEIT

Integration

Träger/Initiator

Stadtbibliothek Mannheim

Teilnehmer

Ca. 60 TN aus den Stadtteilen Jungbusch und Neckarstadt; viele mit Sprachförderbedarf

Kooperationspartner

Migrationsbeirat, Diakonie, AWO, Caritas, Anima, Quartiermanagement, Grundschulen im Einzugsgebiet: TN-Akquise; Musikschule und Studierende der Popakademie MA: Dozenten


Projektbeschreibung

Singprojekt zum Spracherwerb unter Einbeziehung der Eltern

Die o.g. Stadtteile sind stark geprägt durch Neuzuwanderer aus Bulgarien und Rumänien und durch eine überdurchschnittliche Konzentration sozialstruktureller Probleme: Abeitslosigkeit und Einkommensarmut – jedes dritte Kind ist von Armut betroffen – und damit Bildungsbenachteiligung.

Lieder vermitteln die Wertschätzung der Herkunftskultur und dienen als Basis für das Entdecken von deutschsprachigen Geschichten und Büchern. Wichtig ist den Projektverantwortlichen, dass sich die TN als kompetent erleben, d.h. Ressourcenansatz statt Defizitorientierung. So kann bei den TN erreicht werden, sich auf das Projektziel einzulassen: Förderung der Sprache und Ausdrucksfähigkeit.

Die TN treffen sich 1x/ Wo. für 90 Minuten. Wichtiger Bestandteil des Projekts ist das Einbeziehen der Eltern, hierfür werden 2 muttersprachliche Lotsen eingebunden. Durch gemeinsames Singen von Liedern, die die TN aus ihren Heimatländern mitbringen, erfahren sie eine Wertschätzung, die ihnen im Alltag häufig nicht entgegengebracht wird. Unter Anleitung entstehen eigene Lieder in deutscher Sprache, die

wichtige Themen der Kinder aufgreifen (z.B. Mut, Fremdsein). Besuche in der Kinderbibliothek helfen beim Worte finden, geben Anregungen für Texte/ Gedanken und Geschichten, die gemeinsam vertont werden. So werden Sprachblockaden gelöst, vorhandene Sprachkenntnisse aktiviert, gefördert und erweitert. Die Treffen finden nachmittags außerschulisch in den Räumen der Kooperationspartner statt. Einzelne Treffen sind im öffentlichen Raum geplant wie auf entsprechend frequentierten Spielplätzen, so können niederschwellig Kinder und Eltern in das Projekt einbezogen werden. Die 24 Termine werden von Musikpädagogen geleitet. Benötigte Musikinstrumente werden selbst hergestellt, der Einsatz von Tablets mit entsprechenden Apps (z.B. Garage Band) ist geplant. Zum Projektende ist eine gemeinsame Aufführung in der Kinder- und Jugendbibliothek und eine Aufnahme der entstandenen Lieder vorgesehen. Die im Projekt gewonnen Strukturen und Netzwerke werden genutzt, um auch zukünftig im Sozialraum ähnliche Aktionen anzubieten. Ergebnisse werden auch in die Sprachförderaktionen der Stadtbibliothek übernommen. Die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern Musikschule und Popakademie hat die Entwicklung weiterer gemeinsamer Projekte zum Ziel.