Trommeln bewegt – trommeln verbindet

Integration

Träger/Initiator:

Jugendwerk e.V., Wittmund (Niedersachsen)

Teilnehmer:

80 Kinder und Jugendliche aus o.g. Schulen

Kooperationspartner:

Grundschule Esens, Realschule Dornum, Gymnasium Emden, Verein „Hand in Hand“ (TN-Akquise); Jugendämter Wittmund, Aurich und Emden (TN-Akquise, pädag. Zusammenarbeit)

 


Projektbeschreibung

Musikalische Trommel-Tanzshow gegen Rassismus.

Die Landkreise Wittmund, Aurich, Emden gehören zu den strukturschwächsten Regionen Deutschlands. In den Wohngebieten mit großer Anzahl sozial benachteiligter Familien entstehen soziale Brennpunkte, wo hohe Arbeitslosenquoten und Perspektivlosigkeit für Spannungen und Konflikte zwischen Einheimischen und Zugewanderten sorgen. Es herrschen starke Vorurteile. Rechtsradikale Aktivisten nutzen das Misstrauen der Bevölkerung. Vor allem in Schulen des Landkreises verbreiten sie Musik und Texte mit fremdenfeindlichen Inhalten. Mit diesem Projekt möchten die Initiatoren dieser Ausgrenzung und der Angst vor dem Fremden entgegentreten. Sie klären über Rassismus und Diskriminierung auf, stellen Gemeinsamkeiten vor Unterschieden heraus und stärken Toleranz und Empathie. Den TN soll das Bewusstsein und die Fähigkeit vermittelt werden, Brücken zu bauen und Chancen in der Vielfalt zu erkennen. Das Projekt richtet sich in erster Linie an männliche TN, da diese die größte Risikogruppe für rechtes Gedankengut und extremistische Strömungen ist. Die Initiatoren gehen jedoch auch gezielt auf Mädchen und weibliche Jugendliche zu.
Das Vorhaben wird in 3 sozialen Brennpunkten durchgeführt. Unter Leitung 1 Sozialpädagogen bringen jugendliche

Breakdancer des Jugendwerkes den TN Breakdance und Tanzschritte aus verschiedenen Kulturkreisen bei, die von arabischem Tabla-Rhythmus begleitet werden. Am Ende des Projekts entsteht eine musikalische Trommel-Tanzshow mit akrobatischen Einlagen aus Capoeira, Parcour und Breakdance. Phase 1 (4 Wo.): Gespräche mit Kooperationspartnern, Projekt-Bekanntmachung durch Schnupperstunden an den Schulen. Phase 2 (8 Wo.): Regelmäßige Musik-Tanzeinheiten (6 Std./Woche, je 2 Std. pro Schule). Phase 3 (4 Wo.): Praxisbegleitende Ausbildung von jugendlichen Multiplikatoren (Richtiges Auftreten vor Gruppen, Rechts- und Versicherungsfragen, Musik- und Tanzpädagogik), weitere Musik-Tanzeinheiten. Abschließend findet ein Musik-Tanz-Fest statt, auf dem die 3 Ortsgruppen ihr Können der Öffentlichkeit präsentieren und viele Menschen von der Idee „Integration durch Musik“ begeistern können. Das Projekt wird von den TN selbst ausgewertet, dafür erfolgen Gruppendiskussionen mit den Altersstufen 8-10, 11-13 und 14-18 Jahre. Die Erkenntnisse werden durch die Partner des Jugendwerks in der Integrationsarbeit in den Schulen, Vereinen und Jugendzentren umgesetzt. Die weitere tänzerische Betreuung wird von den jugendlichen Multiplikatoren übernommen. Die Musikschule Wittmund soll musikpädagogische Unterstützung leisten.