VON WINDGÖTTERN, IRRLICHTERN UND SIRENEN

Integration

Träger/Initiator

Unerhört – Verein für Neue Musik e.V., Bremerhaven 

Teilnehmer

40-50 Schüler, auch mit Lernbehinderung, Wahrnehmungs- und Entwicklungsstörungen

Kooperationspartner

Immanuel-Kant-Oberschule: TN

 

 

 


Projektbeschreibung

Die  Immanuel-Kant-Schule besuchen ca. 500 Schüler, seit 2011 ist sie inklusive Schule. Sie liegt in einem Gebiet mit der höchsten Kinderarmut in Deutschland. Schüler mit aktuellem Einwanderungshintergrund werden in speziellen Klassen vorbereitet (3 Klassen, ca. 60 Schüler). 60% der Schüler werden im Klassenverband unterrichtet, 40% in speziellen Lerngruppen zur individuellen Förderung.

Viele junge Menschen in Bremerhaven kommen aus unterschiedlichen Ländern, gekennzeichnet von eher rudimentärer Verständigungsmöglichkeit. Die Schüler aus der Wahrnehmungs- und Entwicklungsförderung bringen häufig weitere Dimensionen in die Kommunikation ein.

Ebbe und Flut rhythmisieren unseren Alltag als Kräfte des Mondes. Wind, Sonne, Wolken bestimmen tagtäglich den Wandel und laden ein, sich über den äußeren Alltag mit dem persönlichen Tag im All zu beschäftigen. Warum bin ICH hier und wo möchte ICH hin? Eine Ortsbestimmung braucht handhabbare Instrumente. Wir erforschen die Kräfte der Natur, bauen gemeinsam mit unseren Schülern Instrumente, die von Wind angetrieben werden (Bambusflöten, Flaschenpfeifen, Windbögen, Aeolharfen) und kleine Soundmodule, die ihren Klang über Licht steuern. Zusätzliches mediales Arbeiten ermöglicht nicht nur direktes Feedback und begleitet Entwicklung, es ist zugleich ein gestalterisches Element für Projektionen zur Gestaltung eines modernen Bühnenraums. Unsere TN sollen durchaus eigene Bilderwelten filmisch entwickeln.

Windgötter, Irrlichter und Sirenen sind Sinnbilder aus mystischen Zeiten, die die nicht erklärbare Welt für die menschliche Wahrnehmung empfindsam und kommunizierbar werden ließen. Wir wollen uns mit Natur-Geschichten aus verschiedenen kult. Traditionen und Epochen beschäftigen, Geschichten hören, lesen und Eigene erfinden. Mit den selbstgebauten Klangerzeugern sollen sich Texte und Sounds zu einer multimedialen Klangcollage ergänzen. Neben dem Instrumentenbau liegt uns vor allem die Entwicklung einer gemeinsamen Sprachfähigkeit der Kinder am Herzen. Lautgedichte, phonetische Annäherungen an Naturerscheinungen sind dabei eine zentrale gestalterische Idee, die wir zu textlichen Aussagen formen möchten. Im Februar 2017 werden an Projekttagen erste Ideen gemeinsam mit Lehrern, Schülern, 1 Literaten und 1 Mediengestalter entwickelt (10 Stunden). Über 8 Wochen werden in den schulischen Werkstätten Instrumente gebaut, Medienarbeit aktiv gelernt und Texte entwickelt (16 Stunden). In einer Projektwoche im Mai 2017 werden Text, Musik, Klang und Bildprojektion zusammengeführt (25 Stunden) und für eine bühnenartige Präsentation vorbereitet.